GLOSSAR ABRÜSTUNG

3) Konventionelle und moderne Waffen

• Kleinwaffen und leichte Waffen

Für Kleinwaffen und leichte Waffen (engl.: SALW, Small Arms and Light Weapons) gibt es bis heute trotz einer Vielzahl internationaler Übereinkommen und Verträge sowie Initiativen im Rahmen der UN keine international anerkannte, einheitliche Definition.
Kleinwaffen sind laut einer Expertengruppe der UN Waffen, die für die Verwendung durch Einzelpersonen gedacht sind (z.B. Revolver, leichte Maschinengewehre etc.), während leichte Waffen für die Verwendung durch mehrere Personen gedacht sind, die als Mannschaft zusammenarbeiten (z.B. schwere Maschinengewehre, tragbare Flugabwehrkanonen).
Klein- und Leichtwaffen kommen heute in jedem bewaffneten Konflikt zum Einsatz, sie sind leicht verfügbar und handhabbar und können daher zum Beispiel auch von Kindern angewendet werden. Aufgrund dieser Eigenschaften werden sie gelegentlich als die "wahren Massenvernichtungswaffen" bezeichnet.
Im Rahmen der UN gibt es mehrere Initiativen zur Regulierung des illegalen sowie des legalen Handels mit Klein- und Leichtwaffen.
2001 beschloss die Generalversammlung das "Aktionsprogramm zur Verhütung, Bekämpfung und Beseitigung des unerlaubten Handels mit Kleinwaffen und leichten Waffen unter allen Aspekten", kurz: Kleinwaffenaktionsprogramm. Es sieht jedes zweite Jahr ein Staatentreffen vor, um den Fortschritt bei der Kontrolle von Klein- und Leichtwaffen zu überprüfen und neue Maßnahmen zu diskutieren.
Das "Schusswaffenprotokoll" der ebenfalls 2001 verabschiedeten Konvention gegen die grenzüberschreitende Kriminalität sieht unter anderem eine strafrechtliche Verfolgung der illegalen Waffenproduktion vor. Mit dem im April von der Generalversammlung verabschiedeten Waffenhandelsabkommen (ATT) soll auch der legale, staatliche Kleinwaffenhandel besser reguliert werden.  

UN-Foto: Martine Perret