Frieden & Entwicklung

Frieden und Entwicklung lassen sich nicht mehr getrennt voneinander betrachten. Wo Gewaltkonflikte oder Bürgerkriege herrschen, sind die Chancen auf Entwicklung gehemmt. Meist sind es ohnehin arme Länder, die von gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffen sind.  Die Entwicklungszusammenarbeit ist dort vor besonders große Herausforderungen gestellt. Umgekehrt ist Entwicklungsarbeit auch Friedensarbeit und leistet einen wichtigen Beitrag für die Schaffung eines dauerhaften Friedens. Die Vereinten Nationen tragen der Erkenntnis, dass Frieden mehr ist als die bloße Abwesenheit von Gewalt und Waffen, zunehmend Rechnung. Um Frieden zu sichern, müssen auch die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen – z.B. nach Nahrung oder einem Arbeitsplatz – berücksichtigt werden. Das Konzept der menschlichen Sicherheit rückt diese in den Mittelpunkt.

  • Konflikte & Brennpunkte Friedenssicherung Abrüstung Waffen/Waffenhandel Menschliche Sicherheit Arbeitsplätze und wirtschaftliche Entwicklung (SDG 8) Bevölkerung

    Sanktionen des UN-Sicherheitsrats: Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln

    Sanktionen gegen bestimmte Staaten sind ein häufig genutztes Instrument des UN-Sicherheitsrats zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit. Erst kürzlich bestätigten die Mitgliedssaaten einstimmig ihre Entscheidung, das Regime in Nordkorea für seine erneuten Raketentests durch Ausfuhrverbote für Kohle, Eisen und Fisch zu sanktionieren. Solche Sanktionen können vielfältige Maßnahmen umfassen und zielen zumeist auf die wirtschaftliche und diplomatische Isolation eines Staates oder einer Personengruppe ab. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass vor allem die Zivilbevölkerung unter den Sanktionen leidet. Angesicht der aktuellen Entwicklung im Fall Nordkorea stellt sich die Frage, auf welcher Grundlage der Sicherheitsrat hierbei handelt und wie wirksam die beschlossenen Sanktionen sind.

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  • Menschliche Sicherheit Sicherheitsfragen & Menschenrechte

    UN-Ermittlungsverfahren gegen syrische Kriegsverbrecher*innen

    Ein Junge hält die Hand seines Vater in der zerstörten syrischen Stadt Homs. UN-Foto: Diab / UNHCR

    Generalsekretär António Guterres hat die Französin Catherine Marchi-Uhel als Leiterin des internationalen, unparteiischen und unabhängigen Untersuchungs-verfahrens zur Ermittlung schwerer Verbrechen im syrischen Bürgerkrieg ernannt. Marchi-Uhel wird damit beauftragt, gegen Personen, die im Rahmen des Völkerrechts für die schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien verantwortlich gemacht werden können, zu ermitteln.

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  • Meinung Ziele für nachhaltige Entwicklung/Post-2015 Nachhaltigkeit Ziele für nachhaltige Entwicklung/Agenda 2030 Menschliche Sicherheit

    Eine Globale Zeitenwende? Die Weltsicht der Vereinten Nationen

    @ UN Photo/Joao Araujo Pinto

    Wir erleben zurzeit eine grundlegende Wende in der Welt, zumindest in der westlichen Welt. Viele Menschen sind zutiefst verunsichert durch die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte, und viele befürchten, dass nun auch die Gefahr feindseliger und gar kriegerischer Auseinandersetzungen zunimmt. Aber stimmt dies? Ein Kommentar von DGVN-Präsidiumsmitglied Dr. Kerstin Leitner.

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  • Menschenrechte aktuell Menschliche Sicherheit Menschenrechte & Entwicklung

    Frieden – Ein neues Menschenrecht?

    Eine Schar von weißen Tauben auf einem Platz in einem afghanische Park startet und sitzt teilweise. Im Hintergrund kniet ein kleiner Junge.

    Insbesondere zu jedem Jahreswechsel wird der Wunsch nach Frieden zum geflügelten Wort, das immer wieder vorgetragen und mit der Hoffnung verbunden wird, dass das neue Jahr ein friedlicheres werden möge. Zeitgleich haben die Vereinten Nationen, kurz vor dem Jahreswechsel 2016/2017 während ihrer 71. Generalversammlung eine Erklärung zum Recht auf Frieden verabschiedet. Doch das Recht auf Frieden ist generell und in seiner jetzt verabschiedeten Form nicht unumstritten. Während manche seine Umsetzung feiern, zweifeln andere die Tragweite des Rechtes und seine Implikationen an. Der Prozess zur Verabschiedung bietet auch einen spannenden Einblick in den Entwicklungsprozess von Menschenrechten.

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  • Konflikte & Brennpunkte Menschliche Sicherheit Politik & Gesellschaft

    Präsident Trump: Zwischen Isolationismus und Kraftmeierei

    Donald Trump, der gewählte 45. Präsident der USA, auf einer Veranstaltung im Jahr 2011. Foto: Gage Skidmore

    Es gehört zu einer beliebten Übung der Europäer, die Außenpolitik der Vereinigten Staaten zu kritisieren. Jetzt wo Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA gewählt ist, wird sich so mancher die alte Ordnungsmacht USA wohl bald zurückwünschen. Es deutet vieles darauf hin, dass die gefährliche Mischung aus Trumps Kraftmeierei und Isolationismus die Welt zu einem unsichereren Ort machen wird und Autokraten in das entstehende Machtvakuum stoßen. Auch die Vereinten Nationen könnten an Bedeutung verlieren. Ein Kommentar von Mirko Vossen.

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  • Zivilgesellschaft Menschenrechte & Entwicklung Konflikte & Brennpunkte Menschliche Sicherheit

    Steht nach dem ‚Nein’ in Kolumbien nachhaltiger Frieden auf dem Spiel?

    demonstrierende Menschen in Bogota

    In Kolumbien überschlagen sich aktuell die Ereignisse. Zehntausende protestierten vergangene Woche in Bogotá für den Frieden. Am Freitag wurde bekannt, dass dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos der Friedensnobelpreis verliehen werden soll. Das, obwohl – oder gerade weil – am Sonntag zuvor das kolumbianische Volk in einem historischen Referendum den Friedensvertrag zwischen den Rebellen und der kolumbianischen Regierung abgelehnt hatte. Kristina Lunz berichtet über ihre persönlichen Eindrücke am Tag des Votums, über ein gespaltenes Land und über die Bedeutung des Referendums für Opfer- und Frauenrechtsorganisationen.

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  • Menschenrechte & Entwicklung Gendergerechtigkeit & Frauenrechte (SDG 5) Konflikte & Brennpunkte Friedenssicherung Menschliche Sicherheit Frauenrechte Sicherheitsfragen & Menschenrechte

    Feminist Foreign Policy – für ein neues Paradigma für nachhaltigen Frieden?

    © UN Photo/Martine Perret

    Terror, Konflikte und zunehmender Nationalismus - auch 2016 kommt die Welt nicht zur Ruhe. Was ist radikal genug um traditionelle Außenpolitik zu transformieren und nachhaltigen Frieden weltweit zu fördern? Kristina Lunz argumentiert in einem Meinungsbeitrag, dass internationale Politik feministischer werden muss. Die Wahl Schwedens, dessen Außenministerin Margot Wallström eine ‚feminist foreign policy’ verkündet hat, in den UN-Sicherheitsrat sieht sie als ein Zeichen der Hoffnung.

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  • UN-Aktuell Meinung Migration Bevölkerung Entwicklungspolitik Flucht und Asyl Menschliche Sicherheit Konflikte & Brennpunkte

    Weltflüchtlingstag: Langfristig, mühsam, ohne Erfolgsgarantie – und doch notwendig: Die „Bekämpfung“ von Fluchtursachen

    © UNHCR

    Der heutige Weltflüchtlingstag kommt mit einem neuen traurigen Rekord daher: Ende 2015 waren laut UNHCR 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht – so viele wie nie zuvor. Trotz stark gestiegener Flüchtlingszahlen in Deutschland und Europa bleibt die so genannte globale Flüchtlingskrise vor allem eine Krise der armen Länder dieser Welt. Benjamin Schraven und Jörn Grävingholt unterstreichen in der "Aktuellen Kolumne" vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) die Notwendigkeit einer effektiven Bekämpfung von Fluchtursachen.

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  • Humanitäre Hilfe Klimaflucht Katastrophen Konflikte & Brennpunkte Menschliche Sicherheit PORTALKATEGORIEN

    70 Jahre Vereinte Nationen: Herausforderung humanitäre Hilfe

    Überall auf der Welt kommt es immer wieder zu Katastrophen, Kriegen oder schweren Unfällen, die das Leben von Millionen Menschen beeinträchtigen. Die oft unermessliche Not der Betroffenen überfordert einzelne Staaten und verlangt nach internationaler Hilfe. Seit ihrer Gründung vor 70 Jahren stellen die Vereinten Nationen diese sogenannte humanitäre Hilfe auf allen Ebenen bereit.

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  • Menschliche Sicherheit

    Frieden, Flüchtlinge und Frontex

    Unzählige Menschen werden weltweit wegen Gewalt, Zerstörung und Krieg zur Flucht gezwungen. Viele Flüchtlinge versuchen, Europa zu erreichen, was nur wenigen gelingt und manche das Leben kostet. Die Vereinten Nationen werben deswegen seit Langem für eine humanere Flüchtlingspolitik in Europa. Erst im März hat der Hohe Flüchtlingskommissar (UNHCR) seine neue Mittelmeer-Initiative vorgestellt.

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  • Weitere Nachrichten im Archiv
Familie in Ruanda. UN-Foto: John Isaac

Was ist menschliche Sicherheit?

"Menschliche Sicherheit ist ein Kind, das nicht stirbt, eine Krankheit, die sich nicht ausbreitet, ein Arbeitsplatz, der nicht gestrichen wird, eine ethnische Spannung, die sich nicht in Gewalttätigkeiten entlädt, ein Dissident, der nicht zum Schweigen gebracht wird. Wer von menschlicher Sicherheit spricht, macht sich nicht Sorgen über Waffen, sondern über das Leben und die Würde des Menschen." – Mit diesem Sicherheitsverständnis führte der Bericht über die menschliche Entwicklung des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) 1994 eine neue Perspektive ein, die sich auf den Einzelnen richtet und vom Fokus auf staatliche Sicherheit abrückt. Denn menschliches Leben ist in einer globalisierten Welt nicht nur durch (Bürger-)Kriege gefährdet, sondern vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt. Das Konzept der human security schafft eine Verbindung von Sicherheits- und Entwicklungspolitik.

Lesen Sie hier den Informationstext "Menschliche Sicherheit" von Prof. Dr. Manuel Fröhlich.

Human Security Report

Human Security Report Coverbilder ©Human Security Report Project

Der Human Security Report wird vom Human Security Report Project, einem unabhängigen Forschungszentrum in Kanada, herausgegeben. Im Mittelpunkt stehen bewaffnete Konflikte und organisierte Gewalt mit ihren Ursachen und Folgen. Damit liegt dem Bericht ein enges Verständnis menschlicher Sicherheit zugrunde im Sinne der Freiheit von Furcht. Unter dem Titel "War and Peace in the 21st Century" untersucht der erste Bericht aus dem Jahr 2005 die weltweite und regionale Entwicklung von Gewalt und (Bürger-)Kriegen. Dabei nimmt er Bedrohungen menschlicher Sicherheit in den Blick wie Menschenrechtsverletzungen, Menschenhandel, Kriminalität und Kindersoldaten. Der zweite Bericht erschien 2009/2010 unter dem Titel "The Causes of Peace and The Shrinking Costs of War" und untersucht neben den Entwicklungen menschlicher Unsicherheit weltweit u.a. die Frage indirekter Kriegsopfer durch Krankheiten und Unterernährung. Der dritte Bericht aus dem Jahr 2012 befasst sich schwerpunktmäßig mit sexueller Gewalt in Konflikten und den Folgen von Kriegen für die Bildung. Im vierten Bericht aus dem Jahr 2013 geht es um die anwachsende Debatte, ob die Bedrohung von Gewalt - sei es in Kriegshandlungen, durch Terrorismus oder Tötungsdelikte -  in Zukunft eher ab oder zunimmt.

Deutsche Einrichtungen im Bereich Entwicklung um Frieden

Logo des Instituts für Frieden und Entwicklung
Logo der Stiftung Entwicklung und Frieden

Das Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) ist Mitherausgeber der Publikationsreihe "Friedensgutachten", dem gemeinsamen Jahrbuch von fünf Einrichtungen der Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland.

Gemeinsam geben INEF und die Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF) das seit 1991 bestehende Publikationsformat "Globale Trends" - eine Analyse aktueller Trends in den Bereichen Frieden und Sicherheit, Weltgesellschaft sowie Weltwirtschaft und Nachhaltigkeit - heraus.