Vereinte Nationen und menschliche Sicherheit - ein Überblick

Der Bericht über die menschliche Entwicklung 1994 des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) befasst sich ausführlich mit dem Konzept menschlicher Sicherheit.

1999 rufen die japanische Regierung und das UN-Sekretariat den Treuhandfonds der Vereinten Nationen für menschliche Sicherheit (United Nations Trust Fund for Human Security, UNTFHS) ins Leben. Der Fonds finanziert Projekte von UN-Organisationen, die menschliche Sicherheit fördern. Dabei unterliegt die Unterstützung durch den Fonds einer Reihe von Kriterien. So müssen die Projekte z.B. dem Schutz von Menschen dienen, die Gewalt, Diskriminierung oder Konflikten ausgesetzt sind, die Flüchtlinge und Binnenvertriebene unterstützen oder durch humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe in der Phase der Friedenskonsolidierung eingreifen. Auch Projekte, die z.B. die Verbesserung der Gesundheitsversorgung oder der Bildungschancen zum Ziel haben, kann der UNTFHS fördern. Besonders in den am wenigsten entwickelten Ländern und in Konflikten unterstützt der Fonds Projekte.

In seinem Millenniumsbericht "Wir, die Völker" anlässlich des UN-Millenniumsgipfels im Jahr 2000 fordert UN-Generalsekretär Kofi Annan eine stärkere Berücksichtigung menschlicher Sicherheit und hebt die Ziele freedom from fear und freedom from want hervor.

2001 wird die Kommission für menschliche Sicherheit (Commission on Human Security) eingesetzt. Zwei Jahre später legt die internationale Expertenkommission ihren Bericht "Human Security Now" vor, der eine Definition von human security enthält und Empfehlungen zum Schutz der Menschen vor den Bedrohungen menschlicher Sicherheit formuliert.  

Auf Vorschlag der Kommission für menschliche Sicherheit wird 2003 ein Beirat für menschliche Sicherheit (Advisory Board on Human Security, ABHS) eingerichtet, um die Empfehlungen der Kommission weiterzuverfolgen und den UN-Generalsekretär zu beraten, u.a. hinsichtlich der Erarbeitung von Leitlinien für den Treuhandfonds UNTFHS. In dem Beirat sind 10 Experten vertreten, die jährliche Treffen abhalten.

Die Gruppe Menschliche Sicherheit (Human Security Unit, HSU) wird 2004 innerhalb des Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UN OCHA) errichtet. Ihr Ziel ist es, menschliche Sicherheit in alle Aktivitäten der UN einzubinden. Die HSU fördert damit die Verbreitung des human security-Konzepts und spielt eine wichtige Rolle für die Umsetzung des Konzepts in konkrete Aktivitäten. Sie verwaltet außerdem den Treuhandfonds UNTFHS.  

Im Abschlussdokument des Millennium+5-Gipfels der UN-Generalversammlung 2005 wird menschliche Sicherheit als Zukunftsaufgabe der Vereinten Nationen benannt.

In seinem 2005er-Bericht "In größerer Freiheit" verweist UN-Generalsekretär Kofi Annan auf zentrale Aspekte menschlicher Sicherheit und betont die wechselseitige Bedingtheit von Sicherheit und Entwicklung.
   
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon bekräftigt in drei Berichten - im Bericht "Human security" vom März 2010 sowie in den Berichten vom April 2012 und Dezember 2013 - die wichtige Rolle menschlicher Sicherheit.

Im September 2012 verabschiedet die UN-Generalversammlung Resolution 66/290 zu menschlicher Sicherheit.

Die Gruppe Menschliche Sicherheit veröffentlicht im Juli 2014 ihren strategischen Plan für den Zeitraum 2014-2017.