Minenräumung

Der Minenräumungsdienst der Vereinten Nationen (United Nations Mine Action Service, UNMAS) bündelt seit 1997 die Aktivitäten der UN auf dem Gebiet der Minenbekämpfung. Seit 2007 ist er in der Hauptabteilung Friedenssicherungseinsätze (DPKO) angesiedelt. Insgesamt sind 14 Abteilungen, Büros, Programme und Fonds der UN in der Minenräumung tätig, darunter das Büro für Abrüstungsfragen (UNODA), das Entwicklungsprogramm UNDP, das Kinderhilfswerk UNICEF und das Welternährungsprogramm (WFP).
UNMAS koordiniert nicht nur die Beseitigung von Landminen. Auch "Blindgänger" sowie Streubomben und explosive Kampfmittelrückstände, die häufig über viele Jahre hinweg unentdeckt bleiben und bei Kontakt explodieren können, stellen eine Gefährdung für die Menschen in (ehemaligen) Konfliktregionen dar. In mehr als 70 Ländern sind verminte Gebiete vorhanden. UNMAS unterstützt die Minenbekämpfung in 40 davon. Insgesamt unterhält es 18 Feldmissionen zur Minenbekämpfung, die oftmals Bestandteil von politischen bzw. Friedensmissionen sind, darunter Programme in Afghanistan, Demokratische Republik Kongo (MONUSCO), Elfenbeinküste (UNOCI), Haiti (MINUSTAH), Kolumbien, Libanon (UNIFIL), Libyen, (UNSMIL), Mali (MINUSMA), Palästina, Somalia (UNSOA) (UNSOM), Sudan, Abyei (UNISFA), Darfur (UNAMID), Südsudan (UNMISS), Syrien, West Sahara (MINURSO), Zentralafrikanische Republik (MINUSCA) und Zypern (UNFYCIP).

Obwohl die Verwendung von Minen international verboten und geächtet ist – insbesondere durch die Antipersonenminenkonvention seit 1999, aber auch durch weitere internationale Verträge wie das "Minenprotokoll" der UN-Waffenkonvention sowie das Übereinkommen zum Verbot von Streubomben – verletzen oder töten Minen bis heute jedes Jahr Tausende Menschen.
Minen machen Straßen unpassierbar und verhindern die landwirtschaftliche Arbeit auf Feldern. Sie gefährden die lokale Bevölkerung ebenso wie den Einsatz von Friedenssoldaten und humanitären Helfern und behindern damit die Wiederaufbauarbeit nach Konflikten. Die Räumung der Minen leistet daher einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit der Zivilbevölkerung, Frieden und Entwicklung. Die Einsätze sind jedoch sehr risikoreich und kosten- sowie zeitintensiv.

Neben der Beseitigung und Zerstörung von Minen sind Programme zur Minenaufklärung ein wichtiger Tätigkeitsbereich. Die Aufklärungsarbeit über die Risiken und Gefahren von Minen sowie die Vermittlung von Vorsichts- und Schutzmaßnahmen wird in Schulen, Wohngebieten oder auch in Flüchtlingslagern durchgeführt. Im Rahmen der Opferhilfe werden Minenopfer unter anderem medizinisch und bei der Arbeitsplatzsuche unterstützt. UNMAS setzt sich außerdem für die weltweite Ächtung von Landminen sowie den Beitritt der UN-Mitgliedstaaten zu den relevanten Konventionen ein und fördert die Vernichtung von staatlichen Minenbeständen gemäß der Antipersonenminenkonvention.

Ein Großteil der Arbeit in der Minenbekämpfung wird von NGO´s ausgeführt, die häufig lokal ansässig sind. Regionale und internationale Organisationen, Unternehmen sowie internationale Finanzinstitutionen engagieren sich ebenfalls in der Minenräumung.

Die Finanzierung erfolgt über freiwillige Beiträge. UNMAS verwaltet zudem einen Fonds (Voluntary Trust Fund for Assistance in Mine Action), in den seit 1994 mehr als 600 Millionen US-Dollar von UN-Mitgliedstaaten, Organisationen und Privatpersonen flossen. Ist die Beseitigung von Minen Teil eines Mandats von Friedensmissionen, erfolgt die Finanzierung über den Peacekeeping-Haushalt.

 

"In Afghanistan müssen bereits fünf- bis sechsjährige Kinder über Minenrisiken aufgeklärt werden" - Video über die Arbeit von UNMAS

Minenräumung des Mine Action Programme of Afghanistan (MAPA)
Minenräumung des Mine Action Programme of Afghanistan (MAPA). ©UN-Foto: UNMACA

Lizenz zum Schützen – Daniel Craig ist UN-Sonderbotschafter im Kampf gegen Landminen