GLOSSAR ABRÜSTUNG

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Internationale Atomenergieorganisation (IAEA)

Die Internationale Atomenergieorganisation (International Atomic Energy Agency, IAEA) wurde 1957 als eine autonome zwischenstaatliche Organisation im Rahmen des "Atoms for Peace"-Programms der Vereinten Nationen mit Sitz in Wien gegründet. Sie ist im eigentlichen Sinne keine Sonderorganisation der UN, unterhält aber eine enge Kooperation mit Generalversammlung und Sicherheitsrat. Satzungsmäßige Aufgaben der Organisation sind die Förderung der weltweiten Zusammenarbeit in Kernforschung und Kerntechnik, die Hilfe für Entwicklungsländer in diesem Bereich sowie die Anwendung von Sicherungsmaßnahmen (sog. safeguards). Die IAEA soll auf diese Weise die friedliche Nutzung von Kernenergie und radioaktiven Stoffen sowie die internationale Zusammenarbeit unterstützen. Zudem soll auch die militärische Nutzung der Technologien durch Sicherungsmaßnahmen verhindert werden. Seit März 1970 obliegt der IAEA die Überwachung der Beachtung des Vertrages über die Nichtverbreitung von Kernwaffen.

In den vergangenen Jahren erhielt die IAEA zunehmend Aufmerksamkeit in der Frage des iranischen Atomprogramms. Im Zuge der Atomkatastrophe in Japan im März 2011 erfuhr die Organisation starke Kritik in ihrem Umgang mit der Bewältigung nuklearer Unfälle. Zwar verfügt sie über ein Regelwerk, das eine international koordinierte Reaktion im Falle eines atomaren Notfalls gewährleisten soll. Dazu zählen unter anderem eine Informationspflicht der Staaten, eine Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES, International Nuclear and Radiological Event Scale) sowie ein Zentrum für Störfälle und Notfälle (Incident and Emergency Centre, IEC). Jedoch scheinen die Kompetenzen der IAEA nicht weitreichend genug zu sein, um einem atomaren Notfall wie in Fukushima effektiv zu begegnen.

Gegenwärtig sind 159 Staaten Mitglied bei der IAEA, darunter auch Indien, Pakistan und Israel, die den Nichtverbreitungsvertrag nicht unterzeichnet haben. Auf der anderen Seite entziehen sich die fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder – alle offizielle Atommächte – den Kontrollen durch die IAEA. Organe der IAEA sind die Generalkonferenz, der Gouverneursrat und das Sekretariat unter Leitung des Generaldirektors. Die IAEA ist untergliedert in sechs Hauptabteilungen. Sie erstattet über ihre Tätigkeiten Bericht an das Generalsekretariat und den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. "Für die Bemühungen um Verhinderung der militärischen Anwendung von Atomenergie und ihre friedliche Nutzung so sicher wie möglich zu machen", wurden die IAEA sowie ihr ehemaliger Generaldirektor Mohamed ElBaradei im Oktober 2005 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Seit Dezember 2009 ist der neue Generaldirektor Yukiya Amano im Amt.

Homepage der IAEA


Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO)