Die Anfänge des Nahost-Konflikts

1517: Palästina wird zur Provinz des Osmanischen Reichs und bleibt bis zum Ersten Weltkrieg unter türkischer Herrschaft.

1878: Gründung der ersten jüdischen Kolonie in Palästina. Seitdem mehrere große Einwanderungswellen; bis 1922 erreichen etwa 100.000 jüdische Siedler das heilige Land. Sie entfliehen hauptsächlich der Diskriminierung und Verfolgung in ihren (ost-) europäischen Heimatländern.

1895: Theodor Herzl, der Begründer der zionistischen Bewegung, veröffentlicht sein Hauptwerk "Der Judenstaat". Das Werk wird zur Grundlage des entstehenden jüdischen Nationalismus. Zur gleichen Zeit gewinnt auch der arabische, anti-osmanische Nationalismus an Anhängern.

1917: In den Wirren des ersten Weltkrieges versichert der britische Außenminister Lord Balfour den Führern der zionistischen Weltorganisation die „Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ (Balfour-Deklaration). Ebenso stellt die britische Regierung den arabischen Völkern Unabhängigkeit in Aussicht, sollten sie sich dem Kampf gegen das Osmanische Reich anschließen.

1922: Nach der Niederlage und Auflösung des Osmanischen Reichs regiert Großbritannien Palästina als Mandatsmacht. Die jüdischen Siedler organisieren sich in den Folgejahren in zahlreichen politischen, militärischen und ökonomischen Organisationen. Es kommt zu ersten Unruhen und Massakern zwischen arabischen und jüdischen Bevölkerungsteilen.

1933: Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers in Deutschland kommt es zu einer erneuten, massiven jüdischen Einwanderungswelle (ca. 200.000 Siedler) nach Palästina. Aufgrund arabischer Aufstände und antijüdischer Pogrome erlässt die britische Regierung 1939 eine Einwanderungsbeschränkung, verliert dennoch zusehends die Kontrolle über das Land.

 

Die Teilung Palästinas und die Staatsgründung Israels

1947: Großbritannien übergibt die Palästina-Frage an die Vereinten Nationen. Nach Vorschlägen des UN-Sonderausschusses UNSCOP (United Nations Special Committee on Palestine) verabschiedet die UN-Vollversammlung die sog. Teilungsresolution.

1948: Proklamation des Staates Israel in Tel Aviv durch David Ben Gurion unter Bezugnahme auf den UN-Teilungsplan, jedoch ohne die explizite Erwähnung der vorgesehenen Grenzen.

1948: Erster Israelisch-Arabischer Krieg. Noch in der Gründungsnacht erklären sechs arabische Staaten Israel den Krieg. Israel wehrt den Angriff der Arabischen Liga ab. Der Waffenstillstand (kein Frieden) erfolgt Anfang 1949; Israel kontrolliert nun etwa 80% des ehemals britischen Mandatsgebietes. Während des Krieges kommt es zu massiven Flüchtlingsbewegungen (Nakba).

1950: Premierminister Ben Gurion erklärt (West-) Jerusalem zur Hauptstadt Israels. Jordanien annektiert die Westbank und Ost-Jerusalem. Die Annexion wird durch die internationale Staatengemeinschaft nicht anerkannt. 

Regionale Kriege und erste Friedensannäherungen

1956: Zweiter Israelisch-Arabischer Krieg. Israel, Großbritannien und Frankreich greifen Ägypten in Folge der Verstaatlichung der Suezkanal-Gesellschaft an. Israel besetzt die Sinai-Halbinsel und den Gazastreifen, zieht sich nach Intervention der USA und der Sowjetunion jedoch zurück und gibt die Kontrolle im nächsten Jahr an Streitkräfte der Vereinten Nationen ab.

1964: Gründung der PLO (Palestine Liberation Organisation).

1967: Dritter Israelisch-Arabischer Krieg (Sechstagekrieg). Der Sicherheitsrat verabschiedet die historische UN-Resolution 242.

1973: Vierter Israelisch-Arabischer Krieg (Jom-Kippur-Krieg). Verabschiedung der UN-Resolution 338.

1978: Unterzeichnung des Camp-David-Abkommens zwischen Israel und Ägypten. Menachem Begin und Anwar as-Sadat erhalten den Friedensnobelpreis. Im Vertrag erkennen sich die Länder gegenseitig an.

1980: Israel annektiert Ost-Jerusalem per Gesetz und erklärt es zur "ewigen" und "ungeteilten" Hauptstadt Israels. Auch diese Annexion wird international nicht anerkannt. Ablösung der Militärverwaltung in Westbank und Gaza durch eine Ziviladministration, langsamer Truppenabzug aus dem Sinai.

1982: Fünfter Israelisch-Arabischer Krieg (Erster Libanonkrieg).

1991: Der Irak greift Israel während des Zweiten Golfkrieges (1990-1991) mit Raketen an.

2006: Kämpfe zwischen der Hisbollah und Israel (Zweiter Libanonkrieg). Sie enden mit einer Waffenstillstandsvereinbarung und der Stationierung der UNIFIL-Beobachtermission im Libanon.

2010: Wiederaufnahme der Friedensgespräche

Die Zeit der Intifada und der palästinensischen Autonomie

1987: Beginn der Ersten Intifada.

1988: Proklamation des unabhängigen Staates Palästina in Algier. Eine internationale Anerkennung erfolgt nur bedingt. Bis Anfang 1989 hatten 65 Staaten, darunter die Ostblockstaaten und viele Staaten der Dritten Welt, den Palästinenserstaat offiziell anerkannt.

1993: Beginn des Oslo-Friedensprozesses und Ende der Ersten Intifada.

1994: Die Palästinensische Autonomiebehörde übernimmt die Selbstverwaltung in Teilen des Gazastreifens und des Westjordanlandes. Jitzhak Rabin, Jassir Arafat und Schimon Peres erhalten für ihren historischen Schritt den Friedensnobelpreis.

1996: Im Westjordanland, dem Gazastreifen und in Ost-Jerusalem finden erstmals freie Wahlen statt. Jassir Arafat wird zum Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde gewählt, seine Partei Fatah erringt die Mehrheit der Parlamentssitze. Bei den israelischen Wahlen siegt der Vorsitzende des konservativen Parteienbündnisses Likud, Benjamin Netanjahu.

2000: Direkte Verhandlungen um den Endstatus eines Palästinenserstaates scheitern in Camp David II. Beginn der Zweiten Intifada.

2001: Mit der Wahl des konservativen Politikers Ariel Scharon zum israelischen Ministerpräsidenten intensiviert sich der Konflikt; Selbstmordattentate und Anschläge nehmen zu.

2002: Das Nahostquartett (USA, Russland, EU, UN) legt einen Fahrplan (Road Map) zur Beilegung des Nahost-Konflikts vor.

2003: Wiederbesetzung weiter Teile des Westjordanlands durch Israel. Zerschlagung der staatlichen und zivilen Infrastruktur der Palästinensischen Autonomiebehörde. Errichtung einer Sperranlage (Mauer), um sich vor terroristischen Angreifern aus dem Westjordanland zu schützen.

2005: Ende der Zweiten Intifada.

2005: Israel zieht sich komplett auf dem Gazastreifen zurück, indem es alle israelischen Siedlungen und Militärposten auflöst.

Die inner-palästinensische Spaltung

2006: Die radikalislamistische Hamas gewinnt die palästinensischen Parlamentswahlen mit absoluter Mehrheit und übernimmt die Macht im Gazastreifen, während das Westjordanland in den Händen der Fatah bleibt.

2006: Nach anhaltendem Raketenbeschuss und der Entführung des israelischen Soldaten Gilad Schalit durch militante Palästinenser marschieren israelische Truppen im Gazastreifen ein.

2006: Beginn des Fatah-Hamas Konfliktes

2007: Faktische Aufteilung des palästinensischen Autonomiegebietes. Der Gaza-Streifen wird von der Hamas, das Westjordanland von der Fatah regiert.

2008: Ausbruch des Gaza-Krieges.

2009: Veröffentlichung des Goldstone-Berichts.

2011: "Versöhnung" zwischen Hamas und Fatah nach ägyptischer Vermittlung in Kairo. Gemeinsame Bildung einer Übergangsregierung mit dem Ziel, Neuwahlen zu organisieren und die Anerkennung und Statusänderung Palästinas innerhalb der Vereinten Nationen zu erreichen.

2011: Nach radikalislamischen Terroranschlägen auf israelische Zivilisten erneute Kampfhandlungen in Gaza und schwere diplomatische Krise zwischen Ägypten und Israel.

Palästina und die Vereinten Nationen & erbeutete Konflikte im Gazastreifen

2011: UNESCO nimmt Palästina als Vollmitglied auf                                                  

2011: Palästinenser stellen einen erfolglosen Mitgliedsantrag an die Vereinten Nationen

2012: Palästina erfährt in den Vereinten Nationen eine Aufwertung vom Beobachterstatus zum Status eines "Beobachterstaats".

2012: Beginn der Militäroffensive "Wolkensäule" im Gazastreifen

2014: Ausbruch des Gazakonfliktes 2014 (Operation "Starker Fels")