Abrüstung

Internationaler Friedenstag am 21. September 2012

© UNRIC

Vor 31 Jahren beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen den Internationalen Friedenstag (A/RES/36/67), mit dem die Staatengemeinschaft jedes Jahr zum weltweiten Waffenstillstand und Gewaltverzicht aufruft. Mit einer Schweigeminute um 12 Uhr soll der 21. September auch in diesem Jahr als Tag des Friedens begangen werden. In seiner Erklärung erinnert UN-Generalsekretär Ban Ki-moon an alle, die durch Krieg oder gewaltsame Konflikte ihr Leben verloren und die mit Trauma und Schmerz überlebt haben.

Nachhaltige Entwicklung für nachhaltigen Frieden

Ganz im Zeichen der UN-Konferenz zur nachhaltigen Entwicklung in Rio de Janeiro (Rio+20), die im Juni 2012 stattgefunden hat, lautet das diesjährige Motto des Weltfriedenstags „Nachhaltiger Frieden für eine nachhaltige Zukunft“. Bewaffnete Konflikte seien ein großes Hindernis zu einer nachhaltigen Entwicklung, so Ban. Des Weiteren appellierte er an die Konfliktparteien weltweit, Ressourcen nicht für den Erwerb von Waffen, sondern im Sinne der Gesellschaft zu nutzen. Zudem verurteilte er in seiner Erklärung die Rekrutierung von Kindersoldaten und forderte die Länder auf, ihre Haushalte für die Belange der Menschen einzusetzen und nicht für Waffen zu verschwenden.  

Der Aufruf Bans zu mehr Frieden in der Welt fällt in eine Zeit, in der die Anzahl der Konflikte seit dem 2. Weltkrieg den Höchststand erreicht hat. Dies stellt das renommierte Heidelberger Institut für internationale Konfliktforschung in seinem Jahresbericht 2011 fest. Demnach vermerkt das Heidelberger Konfliktbarometer 38 hoch gewaltsame Konflikte. Dazu gehören nicht nur, wie nach klassischer Definition, Kriege zwischen einzelnen Staaten, sondern auch innerstaatliche Konflikte wie der Kampf gegen die Drogenkartelle in Mexiko. Insbesondere hat der Arabische Frühling zu einem gravierenden Anstieg der Gewalt beigetragen. Dementsprechend sind die meisten Konflikte im Nahen Osten, aber auch in Afrika zu verzeichnen. Auch für 2012 ist nicht mit einer deutlichen Abnahme des Barometers zu rechnen, da viele Konflikte weiterhin andauern. 

Besonders der Arabische Frühling führte zu einem Anstieg hoher gewaltsamer Konflikte. © HIIK Jahresbericht 2011

Frieden im 21. Jahrhundert

Bereits der erste Artikel der Charta der Vereinten Nationen weist die Wahrung des Weltfriedens als das Hauptziel der UN aus. Allerdings hat sich der Begriff Frieden in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Wurde Mitte des 20. Jahrhunderts Frieden noch als Abwesenheit von Krieg definiert, kamen in den letzten Jahren vielseitige Dimensionen dazu. Nach einem Konzept der Vereinten Nationen spielen unter anderem die Menschenrechte, Konfliktprävention, Abrüstung, Friedenserziehung, -schaffung und -sicherung sowie insbesondere die Konfliktnachsorge eine zentrale Bedeutung bei der Friedenswahrung (siehe Friedenskonzept der Vereinten Nationen). Damit umfasst das heutige Verständnis von Frieden weitaus mehr als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Um den Weltfrieden zu wahren und Konflikten vorzubeugen richtete die UN im Laufe ihrer Geschichte verschiedenste Institutionen ein. Dazu zählt nicht nur der UN-Sicherheitsrat sondern z.B. auch die Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR), der UN-Menschenrechtsrat und der Internationale Strafgerichtshof (siehe Bedrohung und Wahrung des Weltfriedens heute). Doch auch Art, Umfang und Ursachen von Konflikten haben sich zunehmend verändert. So zählen der Klimawandel, die sukzessive Umweltzerstörung, der Raubbau an Ressourcen, grenzübergreifende Kriminalität und der internationale Terrorismus ebenso zu den Bedrohungen des Friedens wie zwischenstaatliche Konflikte.


Lorenz Schmidt

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