Veranstaltungsbericht Syrien Friedenssicherung

UN wichtiger Faktor für weitere Entwicklung in Syrien

Abdallah Al Dardari sitzt am Tisch und unterhält sich mit dem stellvertretenden DGVN-Vorsitzenden Ekkehard Griep

Abdallah Al Dardari (rechts) im Gespräch mit dem stv. DGVN-Vorsitzenden Dr. Ekkehard Griep am 6. Juni 2013 im DGVN-Generalsekretariat in Berlin.

Berlin, 8. Juli 2013, Abdallah Al Dardari, Chefökonom und Direktor der Economic Development and Globalisation Division der UN-Regionalkommission für Westasien (UNESCWA) mit Sitz in Beirut traf am 6. Juni 2013 mit Vertretern der DGVN im Generalsekretariat in Berlin zu einem Gedankenaustausch zusammen

Al Dardari war vorher syrisches Regierungsmitglied und lange Jahre im Rahmen des UN-Entwicklungsprogramms UNDP aktiv – zuletzt als Leiter der „State Planning Comission“ (2003-2005) und davor als stellvertretender Residierender Koordinator in Syrien (2001-2003). Er berichtete über seine heutige Tätigkeit bei der UNESCWA. Im Mittelpunkt stand dabei die aktuelle Lage in Syrien. Al Dardari erläuterte u.a., dass seine Abteilung – neben anderen Programmen zur wirtschaftlichen Entwicklung in der arabischen Region – Wiederaufbaupläne für die Zeit nach dem Bürgerkrieg entwickelt. Der Status der Wirtschafts- und Sozialkommission als UN-Institution erlaube es, sowohl Gespräche mit Oppositionellen als auch mit syrischen Regierungsmitgliedern und Verwaltungsangestellten zu führen. Al Dardari unterstrich, dass andere UN-Institutionen die Behandlung politischer Fragen übernehmen würden, da die Regionalkommission eine normative Institution sei, die Wissen, Schulungen und technische Unterstützung zur Koordinierung des Wiederaufbaus zur Verfügung stellen wolle.

Abdallah Al Dardari diskutiert am Konferenztisch mit Vertretern der DGVN.
Abdallah Al Dardari (dritter von rechts) im Gespräch mit Vertretern der DGVN am 6. Juni 2013 im DGVN-Generalsekretariat in Berlin.

Die Aktivitäten der Vereinten Nationen in Syrien bezeichnete Al Dardari als wichtigen Faktor für die weitere Entwicklung des Landes. Noch sei Syrien nicht als „L3-Land“ eingestuft worden, bei der alle Aktivitäten der UN ausschließlich humanitären Gesichtspunkten zu folgen haben. Sowohl die Inter-Agency Task Force on Syria in New York wie auch die Tatsache, dass in Syrien noch ein UN-Landesteam unter der Leitung eines Residierenden Koordinators aktiv sei, könne als ein Zeichen gewertet werden, dass den Vereinten Nationen bei dem Wiederaufbau eine besondere Rolle zukomme. Syrien sei dabei auch auf die Unterstützung Deutschlands insbesondere der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft, angewiesen.

 

Alfredo Märker

Das könnte Sie auch interessieren

  • Lakhdar Brahimi neuer UN-Sondergesandter für Syrien spricht an einem Tisch sitzend

    Lakhdar Brahimi neuer UN-Sondergesandter für Syrien

    Nach dem Rücktritt Kofi Annans als Sondergesandter für Syrien wird ein alter Bekannter das schwierige Amt des Krisenmanagers übernehmen: Der in Diplomatenkreisen hochgeschätzte ehemalige algerische Außenminister Lakhdar Brahimi soll Anfang September seinen neuen Posten antreten. Brahimi ist Preisträger der Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille der DGVN. mehr

  • VEREINTE NATIONEN Heft 6/2016 Die UN und Wirtschaft

  • Zeitschrift Vereinte Nationen 2013/03 Titelbild
    Patricia O'Brien

    »In Syrien finden Kriegsverbrechen statt« Interview mit Patricia O’Brien, UN-Untergeneralsekretärin für Rechtsangelegenheiten

    Interview mit Patricia O’Brien, UN-Untergeneralsekretärin für Rechtsangelegenheiten und UN-Rechtsberaterin, über sensible Themen der Rechtsberatung, Immunität des UN-Personals, die Schutzverantwortung (Responsibility to Protect – R2P) in Syrien und Geschlechtergleichheit in den Vereinten Nationen. mehr