Friedenssicherung

Zweiter deutscher Tag des Peacekeepers

Gruppenbild mit den geehrten Personen

Die StaatssekretärInnen Haber, Ederer und Brauksiepe (r.) mit den geehrten PeacekeeperInnen und Moderator Thadeusz (Foto: DGVN/Gensch)

Am 11. Juni 2014 wurde im Schloss Charlottenburg in Berlin zum zweiten Mal der Tag des Peacekeepers begangen. Stellvertretend für die 4.500 Deutschen, die weltweit für Friedensmissionen der Vereinten Nationen, EU, OSZE und NATO im Einsatz sind, wurden in der Großen Orangerie des Schlosses neun Peacekeeperinnen und Peacekeeper geehrt. Vor rund 450 geladenen Gästen verliehen Innenstaatssekretärin Dr. Emily Haber, Außenstaatssekretär Dr. Markus Ederer sowie der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe aus dem Bundesministerium der Verteidigung je drei SoldatInnen, PolizistInnen und zivilen ExpertInnen ihre Auszeichnung.

Der Festakt anlässlich des zweiten deutschen Tags des Peacekeepers (weitere Informationen zum Tag des Peacekeepers finden Sie hier) begann mit einer musikalischen Darbietung der Band "Fat Cats", einer kleinen Sondereinheit der Bigband der Bundeswehr. RBB-Moderator Jörg Thadeusz führte anschließend durch die feierliche Veranstaltung, bei der entgegen der vorherigen Ankündigung statt der MinisterInnen die drei StaatssekretärInnen aus den beteiligten Ministerien anwesend waren, um stellvertretend die Ehrung der neun PeacekeeperInnen vorzunehmen. Die überraschende und sehr kurzfristige Absage aller drei MinisterInnen konnte die feierliche Stimmung jedoch nicht trüben.
Die DGVN war an diesem von ihr ursprünglich mitangeregten Ehrentag mit einem Informationstisch vertreten, an dem sich die Gäste mit verschiedenen Publikationen zum Thema bedienen konnten.
Der „International Day of United Nations Peacekeepers“ wird seit 2002 jährlich am 29. Mai abgehalten, um all diejenigen zu ehren, die sich in UN-Friedenseinsätzen weltweit einsetzen oder eingesetzt haben.
In Deutschland zeichneten das Auswärtige Amt, das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) und das Bundesinnenministerium (BMI) nun zum zweiten Mal deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer an weltweiten Friedensmissionen aus. Den Schwerpunkt in diesem Jahr bildete die Friedenssicherung auf dem afrikanischen Kontinent, die sowohl auf europäischer als auch auf deutscher Ebene immer mehr an Bedeutung gewinnt. Vor knapp einem Monat erst hat das Bundeskabinett die sogenannten "Afrikapolitischen Leitlinien der Bundesregierung" beschlossen. Diese Leitlinien fassen Rahmenbedingungen, Grundsätze und Schwerpunkte in Bezug auf die deutsche Afrikapolitik zusammen, die auch militärisches Engagement thematisieren und einschließen. Auch die vier Frauen und fünf Männer, die am 11. Juni ihre Auszeichnung erhielten, waren zuletzt in Afrika tätig.

Gratulation
Staatssekretärin Haber gratuliert Polizeidirektor Christoph Buik (l.) (Foto: DGVN/Gensch)

 

Staatssekretär Ederer erinnerte in seinem Grußwort an den Terroranschlag in Dschibuti, bei dem vor einigen Wochen drei deutsche Teilnehmer der Mission EUCAP NESTOR verletzt wurden und betonte, dass globalen Herausforderungen für Frieden und Sicherheit letztendlich nur durch „aktives multilaterales Handeln“ wirksam begegnet werden könne.
Auch Staatssekretär Brauksiepe bekräftigte, dass ein ganzheitlicher Ansatz nötig sei, der entwicklungspolitische und auch militärische Maßnahmen vereine, um Sicherheit und Stabilität in Afrika zu gewährleisten. Alle Friedensmissionen, besonders aber die in Afrika, seien auch für das deutsche Sicherheitsinteresse von großer Bedeutung, so Staatssekretärin Haber.
Alle drei StaatssekretärInnen bedankten sich ausdrücklich bei den anwesenden PeacekeeperInnen für ihr Engagement, das nicht nur anerkannt und geschätzt, sondern auch weiterhin gefördert werden müsse.

 

 

Gespraechsrunde
Moderator Thadeusz (l.) im Gespräch mit den PeacekeeperInnen (Foto: DGVN/Gensch)

Nach der Ehrung bat Moderator Jörg Thadeusz zu einer Gesprächsrunde auf die Bühne, in der die Geehrten Gelegenheit hatten, von ihren Tätigkeiten zu berichten. Durch das Gespräch konnten sich auch Außenstehende ein Bild von dem Leben als Friedenssicherungskraft machen. In Anlehnung an einen vom Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) produzierten Kurzfilm, der vor der Gesprächsrunde gezeigt wurde, kam auch immer wieder das Thema „Vernetztes Handeln“ zur Sprache. „Vernetztes Handeln“ bedeutet demnach „Zusammenarbeit und Kommunikation aller beteiligten Akteure“, also Militär, Polizei und zivile Experten, und ist für effiziente internationale Friedenseinsätze unerlässlich.
Der offizielle Teil der Feierlichkeiten wurde schließlich mit einer weiteren musikalischen Einlage der „Fat Cats“ beendet. Im Anschluss erwartete die Anwesenden ein Empfang, bei dem Gäste und Geehrte zum Gespräch zusammenkamen und die Feier ausklingen ließen.

 

 

Mareike Magdalena Gensch

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